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Close-Up auf eine Pflegerin, die mit einem älteren Mann im Rollstuhl spricht. Man sieht sie von vorne, ihn seitlich von hinten.  Die Beiden sprechen auf Augenhöhe.
© Michael Bönte / Caritasverband für die Diözese Münster
Tariflöhne sind die Grundlage für Würde, Motivation und Versorgung, sagt die Caritas.
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Caritas warnt vor Pflegereform

Die Caritas Münster hält die Pflegereform für zu schwach. Vor allem bei Tariflöhnen warnt sie vor mehr Druck auf Pflege, Einrichtungen und Angehörige.


Veröffentlicht: Montag, 08.06.2026 07:53

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Caritas Münster warnt vor schwacher Pflegereform

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Die Caritas im Bistum Münster kritisiert die geplante Pflegereform deutlich. Aus ihrer Sicht greift der Entwurf an vielen Stellen zu kurz. Zwar erkennt sie einzelne gute Ansätze an. Insgesamt fehlt dem Gesetz nach Einschätzung des Verbandes jedoch der Mut zu echten Veränderungen. Vor allem bei der Bezahlung in der Pflege sieht die Caritas ein großes Problem. Sie warnt: Wenn tarifliche Löhne nicht mehr verlässlich finanziert werden, steigt der Druck auf Einrichtungen, Beschäftigte, Pflegebedürftige und Angehörige.

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Kritik an Tariflöhnen trifft den Kern der Reform

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Die Diözesanen Arbeitsgemeinschaften Altenhilfe und Sozialstationen der Caritas in der Diözese Münster halten den Entwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz nicht für eine echte Reform. Der Verband sieht zwar sinnvolle Maßnahmen zur Stabilisierung der Pflegeversicherung, zum Beispiel bei Prävention, Pflegebegleitung, Krisenhilfen und Digitalisierung. Trotzdem geht ihm der Entwurf insgesamt nicht weit genug.

Die Pflegeversicherung steckt nach Angaben der Caritas in einem Defizit von 7,6 Milliarden Euro. Deshalb versteht der Verband, dass die Politik schnell handeln muss. Burkhard Baumann, Sprecher der Diözesanen Arbeitsgemeinschaften und Geschäftsführer des Ortscaritasverbandes Steinfurt, sagt jedoch: Eine stabile Finanzierung darf nicht zulasten der Menschen gehen, die Pflege brauchen, Angehörige entlasten oder Pflege täglich leisten. Aus Sicht der Caritas verschiebt der Entwurf vor allem Kosten und Risiken, statt die Probleme an der Wurzel anzupacken.

Besonders scharf fällt die Kritik bei den Tariflöhnen aus. Matthias Wittland, Sprecher der Diözesanen Arbeitsgemeinschaften und Geschäftsführer des Ortscaritasverbandes Ahaus und Vreden, warnt vor einer gefährlichen Lücke. Wenn die Politik die verlässliche Finanzierung tariflicher Löhne aufweicht, geraten gerade Einrichtungen unter Druck, die faire Löhne zahlen. Dabei stehen genau diese Träger für gute Arbeitsbedingungen und verlässliche Pflege.

Für die Caritas steht fest: Gute Pflege braucht genügend Fachkräfte. Und Fachkräfte kommen nur, wenn Bezahlung und Arbeitsbedingungen stimmen. Wer Tariflöhne infrage stellt, macht den Pflegeberuf unattraktiver und verschärft den Fachkräftemangel. Faire Bezahlung ist für die Caritas deshalb keine Kür, sondern die Grundlage für Motivation, Würde und gute Versorgung.

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Caritas fordert echte Reformen in der Pflege

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Trotz aller Kritik sieht die Caritas auch Lichtblicke. Positiv bewertet sie Pläne zum Bürokratieabbau, neue Versorgungsformen und eine stärkere Prävention. Auch fachlich fundierte Kriterien bei der Einstufung in Pflegegrade hält der Verband für sinnvoll - nur: Am Ende reicht das aus Sicht der Caritas nicht. Sie fordert tiefere Strukturreformen und mehr Einfluss für die Praxis. Wohlfahrtsverbände, Pflegeeinrichtungen und Träger müssten stärker mitreden, wenn es darum geht, das Gesetz weiter zu entwickeln. Denn wer täglich erlebt, wo Pflege funktioniert und wo sie an Grenzen stößt, kann aus Sicht der Caritas die besten Hinweise für tragfähige Lösungen geben.

Der Caritasverband für die Diözese Münster engagiert sich in vielen sozialen Bereichen in der Region. Zwischen Recke, Recklinghausen, Emmerich und Lengerich unterstützen hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen - von der Altenhilfe über ambulante Pflege bis hin zu Kliniken, Kitas und Einrichtungen der Behindertenhilfe.

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