
Ab Oktober fallen die Budgetgrenzen für hausärztliche Leistungen weg. Das bedeutet, dass viele Leistungen künftig in voller Höhe vergütet werden. Diese Entbudgetierung ermöglicht es Hausärztinnen und Hausärzten, ihre Patientinnen und Patienten ohne finanzielle Einschränkungen zu behandeln. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dr. Dirk Spelmeyer, sieht darin einen wichtigen Schritt zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung: „Ab Oktober können Hausärzte ihre Patienten in jedem Quartal so behandeln, wie es medizinisch notwendig ist, ohne Abstaffelungen ihrer Vergütung befürchten zu müssen.“ Die KVWL fordert, dass auch Fachärzte künftig ohne Begrenzungen abrechnen können.
Honoraranstieg 2026: 2,8 Prozent mehr für Vertragsärztinnen und Psychotherapeuten
Ab 2026 steigen die Honorare für Vertragsärztinnen, Vertragsärzte und Psychotherapeutinnen sowie Psychotherapeuten um 2,8 Prozent. Im Fachsprech: Der Orientierungspunktwert (OW), der die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen bestimmt, wird entsprechend angepasst.
Spelmeyer bezeichnet das als „respektabel“, betont jedoch die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform der Finanzierungssystematik. „Nur ein Bruchteil der GKV-Gesamtkosten fließe in den ambulanten Sektor. Dieses Ungleichgewicht müsse die Bundespolitik dringend angehen. Die KVWL hat dazu schon ein Positionspapier mit Lösungsansätzen veröffentlicht.