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Münsters Kirchenrechtler Thomas Schüller: Missbrauchs-Gutachten jetzt veröffentlichen!

Veröffentlicht: Donnerstag, 22.10.2020 11:25

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Der Kirchenrechtler Thomas Schüller von der Uni Münster kritisiert das Erzbistum Köln. Es geht um ein Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatte eine Münchner Kanzlei damit beauftragt, den Umgang des Erzbistums mit sexualisierter Gewalt zu untersuchen. In dem erstellten Gutachten sollten auf Woelkis ausdrücklichen Wunsch hin auch die Namen derjenigen genannt werden, die dafür verantwortlich waren, "dass Vorfälle von sexuellem Missbrauch gegebenenfalls vertuscht oder nicht konsequent geahndet wurden". Es ist seit Monaten fertig - doch bislang nicht veröffentlicht. Schüller geht davon aus, dass das Gutachten einige deutsche Bischöfe belastet.

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"Eindruck einer Wagenburgmentalität"

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"Woelki wäre gut beraten, das Münchener Gutachten zeitnah der Öffentlichkeit bekannt zu machen," sagt der Münsteraner Professor. Allerdings erwecke das Erzbistum Köln mit seinem Kardinal an der Spitze im Moment eher den Eindruck einer Wagenburgmentalität und schotte sich ab. Dies werde diesem Erzbistum dauerhaften Schaden zufügen. Die Bischöfe müssten sich ihrer Verantwortung stellen. "Der kaum noch zu stoppende Glaubwürdigkeitsverlust der katholischen Kirche wird weiter Fahrt aufnehmen und zu einem rasenden Legitimationszerfall ungeahnten Ausmaßes führen, wenn Bischöfe nicht die persönliche Verantwortung für das übernehmen, was sie in ihrem beruflichen Leben getan beziehungsweise unterlassen haben", warnt Schüller. Ohne eine solche "Kultur der Übernahme von Verantwortung" verliere die katholische Kirche jegliche moralische Autorität.

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