
Betriebsversammlung bei VW
Gut 2.300 Beschäftigte bei VW Osnabrück sind zur Betriebsversammlung gekommen, um zu erfahren, was der Sparkurs des Volkswagen-Konzerns für sie bedeutet. Neue Informationen über mögliche Werksschließungen in der Konzern-Landschaft gab es nicht. IG Metall wirft Konzernvorstand „Kulturbruch“ vor.
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.09.2024 14:47
Die Halle: rappelvoll – die Stimmung: angstgeprägt. So beschreibt Stefan Soldanski von der IG Metall Osnabrück die Atmosphäre bei der Betriebsversammlung im Osnabrücker Werk. Angespannt und voller Erwartungen seien 2.300 bis 2.400 Beschäftigte gekommen, um zu erfahren, was der Sparkurs des Volkswagen-Konzerns für sie bedeutet. Erfahren haben sie nichts.
Osnabrück: Betriebsversammlung bei VW vor vollem Haus
„Der VW-Vorstand spielt mit den Ängsten der Beschäftigten,“ sagte Soldanski nach der Versammlung exklusiv im RADIO RST-Gespräch. Tenor sei gewesen: „Werksschließungen sind nicht auszuschließen.“ Konkreter wurde es nicht. „Der Vorstand liefert weiter nur Spekulationen,“ sagt Soldanski. Die IG Metall warte auf ein Gesamtkonzept, doch bisher: Fehlanzeige. Das heizt die Mutmaßungen an.
„Osnabrück ist ein gesundes Werk“
Für Soldanski gehört dazu auch die Diskussion um eine Auslastung von nur 18% im Osnabrücker Werk. „Man kann auch mit wenig Autos viel Geld verdienen,“ hält er mit Blick auf T Roc Cabrio und Porsche dagegen, die in Osnabrück gebaut werden. Das Werk werfe Gewinne ab. Für ihn das Wichtigste: „Osnabrück ist ein gesundes Werk, voll wettbewerbsfähig und kein Sanierungsfall.“
Verunsicherung statt Fakten
Auch, was sonst noch die Runde macht, trifft für Osnabrück nur bedingt zu und braucht niemand dort zu ängstigen. Die vom VW-Konzern jetzt gestrichene Beschäftigungsgarantie, beispielsweise, gab es in Osnabrück sowieso nicht – dort gibt es einen Flächentarifvertrag. Weiteres Indiz, dass es dem Werk gut geht: Neben 2.300 Stammbeschäftigten arbeiten dort 700 Leiharbeiterinnen und -arbeiter. Die wären als erste weg, wenn es dem Werk schlecht ginge.
Gewerkschaft wirft Konzernvorstand Kulturbruch vor
Die IG Metall wirft dem Volkswagenvorstand einen Kulturbruch vor. Mitbestimmung habe eine lange Tradition bei Volkswagen – gehabt. Die Gewerkschaft strebt jetzt an, möglichst bald über die Zukunft der Standorte zu sprechen. Ziel ist, dass alle Beschäftigten bleiben.