
Autogipfel in Berlin
Bundeskanzler Friedrich Merz lädt morgen (Do., 09.10.) zum Autogipfel ins Kanzleramt ein. Ein neues Kapitel zur Suche nach Auswegen aus der Misere der deutschen Automobilindustrie. Die Branche hier in der Region verfolgt das Spitzentreffen gespannt - vom Zulieferer bis zur Autoverkäuferin.
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.10.2025 13:40
Angela Merkel hat sie erfunden, Olaf Scholz hat sie fortgesetzt - jetzt hat Friedrich Merz seinen ersten: Der Bundeskanzler lädt heute (Do., 09.10.) zum Autogipfel ein, um Auswege aus der Krise der deutschen Schlüsselindustrie zu suchen. Das wird überall sehr aufmerksam verfolgt, weil das Thema Auto irgendwie alle betrifft, sagt Franz Bäumer vom Autohaus Bäumer in Ibbenbüren. Für ihn erlebt die Autoindustrie den größten Umbruch ihrer Geschichte: weg vom Verbrenner, hin zum E-Antrieb - und gleichzeitig durchzieht die Digitalisierung nicht nur die Autos selbst sondern auch das ganze Drumherum.
Dazu kommt der unglaubliche Druck, mit dem neue chinesische Marken auf den heimischen Markt drängen. Das stellt die Autohäuser vor völlig neue Aufgaben. Vom Autogipfel erwartet Bäumer ein Signal des Aufbruchs - und eine klare Positionierung.
... und vielleicht ein günstigerer Ladestromtarif für E-Autos. Was man überall raushört, ist die Krisenstimmung in der ganzen Branche, von den Autobauern über die Autohäuser bis hin zu den Autofahrerinnen und -fahrern. Bäumers Forderung in Richtung Politik: "Es muss für uns Spass machen, Autos zu entwickeln, zu verkaufen und zu reparieren." ...und zu kaufen und zu fahren. Besonders ärgerlich für Bäumer: Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe - immerhin zuständig für rund 40.000 Autohäuser in Deutschland ist morgen nicht eingeladen. Generell gilt: Wer nicht dabei ist, verfolgt es aus der Ferne mit Spannung: Autoverkäufer genauso wie Zulieferer oder einfach Autofahrerinnen und -fahrer. Geht schließlich um der Deutschen liebstes Kind. "Es wird Zeit für Verlässlichkeit," sagt Christoph Schings von Hengst Filter mit seinem zweitgrößten Standort in Nordwalde.
Die Hengst-Gruppe ist schon seit zehn Jahren in der Umstellung zum Allrounder für Filtertechnik und damit kein reiner Autozulieferer mehr. Gerade die Automotive-Sparte braucht jedoch ein positives Investitionsklima - und Planungssicherheit, sagt Schings mit Blick auf die Verkaufszahlen.
Und wieder lernen wir: Schlechte Stimmung ist Gift für die Wirtschaft - egal, ob sie von der Basis kommt oder durch Entscheidungen "von oben".



