
Vor allem im Hoch- und Tiefbau sei jede zweite Ausbildungsstelle unbesetzt. Jeder Azubi, der jetzt fehle, sei in drei Jahren eine dringend gebrauchte Fachkraft weniger.
Freie Lehrstellen trotz guter Bezahlung
Besonders das Baugewerbe braucht angesichts der anhaltend hohen Auftragslage – vom Wohnungs- bis zum Gleis- und Straßenbau – mehr Berufsanfänger, teilt die Gewerkschaft mit. Dabei stünden Bau-Azubis im Branchenvergleich in puncto Bezahlung an der Spitze. Ein angehender Maurer oder eine angehende Maurerin komme im ersten Ausbildungsjahr auf 890 Euro pro Monat. Im zweiten Jahr liege die Vergütung bei 1.230 Euro, im dritten bei 1.495 Euro.
IG BAU: Baubranche attraktiver machen!
Viele Fachleute verließen jedoch nach der Ausbildung ihren Baubetrieb, vor allem wegen harter Arbeitsbedingungen und oft langer unbezahlter Fahrzeiten zu den Baustellen. Es komme darauf an, den Bau auch nach der Ausbildung attraktiver zu machen. Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei wichtig.
Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne
Deshalb fordert die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde unter anderem eine Entschädigung der Wegezeiten und 5,3 Prozent mehr Lohn. Sollten die Arbeitgeber:innen in den Tarifverhandlungen bis Ende September die Löhne und Arbeitsbedingungen nicht verbessern, werde es kaum gelingen, die enorme Nachfrage nach neuen Wohnungen, sanierten Straßen und energetischen Gebäudesanierungen in den kommenden Jahren zu bewältigen.