Atommülltransporte

Weder der Landrat noch die Feuerwehren im Kreis Steinfurt werden vorab über Atommülltransporte durchs Kreisgebiet informiert. Das hat eine RADIO RST-Nachfrage beim kommissarischen Landrat, Kreisidrektor Martin Sommer, ergeben. Erst letzten Donnerstag war ein Atommüllzug von der Urananreicherungsanlage in Gronau aus durch den Kreis Steinfurt gefahren. Ein Ratsmitglied der Grün Alternativen Liste im Gronauer Rat hat darauf einen offenen Brief mit Fragen an die Landräte der Kreise Borken und Steinfurt geschickt. Darin geht es auch darum, ob Einsatzkräfte im Unglücksfall wüssten, was zu tun ist.

© Udo Buchholz

Sommer: "Wurden noch nie informiert"

Auch ohne zu wissen, was wann durchs Kreisgebiet rollt, ist man beim Kreis Steinfurt nicht beunruhigt. Das Gros der Feuerwehrleute im Kreis Steinfurt ist auf einen Unfall mit Uran-Hexafluorid bei einem Atommülltransport vorbereitet. „Sowas wird geübt“ sagt Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier.

Atommüll-Transportbehälter erfüllen internationale Sicherheitsauflagen

Um einen der Behälter zum Bersten zu bringen, bräuchte es schon mehr als einen normalen Unfall, sagt Meier, und dann müsse der der Stoff sich erstmal verflüssigen. Das geschieht bei 56,5 Grad. Uran-Hexafluorid sei beim Transport fest, wie ein Salz. Erst im flüssigen Aggregat-Zustand bestehe die Gefahr, dass bei Kontakt mit Wasser die hochgefährliche Fluss-Säure entsteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass all das zusammenkommt, ist mehr als gering, so Meiers Einschätzung.

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