
Sind wir zu häufig krank? Bundeskanzler Merz meint ja. Wir würden zu häufig auf der Arbeit fehlen. Schuld sei auch die telefonische Krankschreibung. Es sei zu einfach, sich auf diese Weise krankzumelden. Außerdem könnten Ärztinnen und Ärzte nicht über das Telefon beurteilen, ob jemand wirklich krank ist.
Mehr Krankentage durch die telefonische Krankschreibung?
Dr. Jan Meiners aus Laer ist ganz anderer Meinung. Die Fakten würden etwas anderes sagen. „Politiker, die die telefonische Krankschreibung angreifen, erzählen hier bewusst ein politisches Märchen, das so durch Studien nicht zu belegen ist. Die Krankenkassen selber haben das Feld untersucht und gesehen, dass es keinen, wirklich keinen signifikanten Anstieg der Krankschreibungen durch die telefonische Krankschreibung gibt“, erklärt Dr. Meiners.
Gleichzeitig ist die Zahl der Krankentage im Kreis Steinfurt in den letzten Jahren gestiegen. 2024 waren es 26 Tage. Das zeigen Daten der AOK. Das würde trotzdem nicht Meiners Aussage widersprechen, sagt der Arzt aus Laer: „2021 wurde die elektronische Krankschreibung eingeführt, die dazu geführt hat, dass die Statistik nun viel genauer ist. Dadurch ist es natürlich zu einem Anstieg der registrierten Krankheitstage gekommen. Die echten Krankheitstage sind dadurch aber nicht mehr geworden.“
Die telefonische Krankschreibung sei für viele Arztpraxen außerdem eine Entlastung und hätte auch einen Vorteil für uns: Wir vermeiden es, uns im Wartezimmer anzustecken.