
In Deutschland arbeiten wir im Durchschnitt 34,7 Wochenstunden. In der EU wird nur in den Niederlanden und in Dänemark noch weniger gerarbeitet. Bundesfinanzminister Lindner und Fachleute aus der Wirtschaft fordern, dass die Arbeitszeit steigt, um die Konjunktur anzukurbeln. Volker Nikolai-Koß vom Deutschen Gewerkschaftsbund im Münsterland sieht die Debatte kritisch.
Studien und die Forderung nach einer Vier-Tage-Woche zeigten, dass viele Menschen weniger arbeiten und mehr Zeit für die Familie und Freizeit haben möchten. Außerdem sei die Belastung in einigen Branchen schon sehr hoch, zum Beispiel in der Pflege.
Wie sehen Unternehmen in der Region die Diskussion? Das fragen wir Carsten Taudt von der Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen in Münster. Die IHK hat gerade ein Positionspapier zum Fachkräftemangel erarbeitet.
Klar ist: Viele Ältere gehen bald in Rente, es kommen weniger Junge nach. Carsten Taudt geht davon aus, dass im Bezirk der IHK Nord Westfalen in zehn Jahren 20 Prozent weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
Außerdem seien flexible Arbeitsmodelle wichtig, damit Eltern oder Pflegende stärker berufstätig werden. Und auch das Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland ist für die IHK Teil der Lösung.