
Apotheken im Kreis Steinfurt schließen für Protesttag. Viele Teams fahren zur Kundgebung nach Düsseldorf.
Wer am Montag, 23.03., im Kreis Steinfurt Medikamente braucht, steht bei vielen Apotheken vor verschlossenen Türen. Die Teams protestieren gegen aus ihrer Sicht zu niedrige Honorare und steigende Kosten. Viele Apotheken aus der Region beteiligen sich an einer zentralen Kundgebung in Düsseldorf. Hintergrund ist die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken. Nach Angaben des Apothekerverbands Westfalen-Lippe hat die Politik das Honorar für rezeptpflichtige Medikamente seit 2013 kaum angepasst. Gleichzeitig sind Personal- und Betriebskosten deutlich gestiegen. Aus Sicht des Verbands bringt genau das viele Apotheken zunehmend in Bedrängnis. Der Sprecher der Bezirksgruppe Steinfurt im Apothekerverband Westfalen-Lippe, Andreas Reerink, sagt, viele Apotheken stünden inzwischen unter enormem Druck. Bundesweit habe seit 2013 fast jede fünfte Apotheke geschlossen. Die Apotheken wollten mit dem Protest ein deutliches Signal an die Politik senden, damit sie die wohnortnahe Versorgung stärkt und die Betriebe finanziell stabilisiert.
Notdienst sichert die Versorgung trotz Protesten
Wer dringend Medikamente braucht, soll auch am Protesttag versorgt bleiben. Die notdiensthabenden Apotheken übernehmen die Versorgung im Kreis Steinfurt und in der Region. Welche Apotheke geöffnet hat, erfahren Patientinnen und Patienten online unter www.aponet.de oder kostenlos telefonisch unter 0800 00 22 8 33. Die Apotheken bitten ihre Kundinnen und Kunden außerdem darum, regelmäßig benötigte Medikamente möglichst schon vor dem Protesttag abzuholen. Gleichzeitig werben sie um Unterstützung für eine Online-Petition zum Erhalt der Apotheken vor Ort. Mit den Protesten schließen sich die Apotheken im Kreis Steinfurt einer größeren Aktion in Westfalen-Lippe und bundesweit an. Auch in Hannover, Berlin und München sind Kundgebungen und Demonstrationen geplant.