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Anklage nach Explosion in Münster
© André auf der Landwehr
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Anklage nach Explosion in Münster

Im Fall der Explosion in einem Haus am Max-Klemens-Kanal hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage erhoben, unter anderem wegen versuchten Mordes.

Veröffentlicht: Mittwoch, 05.02.2020 10:01

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Die beiden Bewohnerinnen des Hauses sollen die Explosion geplant haben. Dabei hätten sie in Kauf genommen, dass andere sterben oder verletzt werden.

Die 67-Jährige und ihre Tochter hatten seit Jahren Mietschulden, sagt Münsters Oberstaatsanwalt Botzenhardt. Für den Morgen, an dem die Gas-Explosion passierte, war die Zwangsräumung angekündigt. Als die Gerichtsvollzieherin und drei Polizisten zum Tor des Grundstücks fuhren, kam es zu einer heftigen Explosion. Große Teile des Wohnhauses wurden zerstört. Einige Brocken flogen bis zu 35 Meter weit. Es sei Glück gewesen, dass niemand körperlich verletzt wurde, sagt Botzenhardt.

Er geht davon aus, dass die beiden Frauen vorhatten, sich das Leben zu nehmen. Die 67-Jährige sagte bei der Polizei aus, sie habe nicht darüber nachgedacht, dass andere möglicherweise zu Schaden kommen. Die Frau hatte oberflächliche Brandverletzungen. Ihre 38-jährige Tochter wurde so schwer verletzt, dass sie längere Zeit auf einer Intensivstation lag.

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