
Agrardiesel
Die geplanten Streichungen bei den Agrardiesel-Subventionen haben erwartbar zum Aufschrei in der Landwirtschaft gesorgt.
Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung – auch durch den Wegfall der Steuerbefreiung für Land- und Forstmaschinen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 14.12.2023 13:34
Die Pläne der Bundesregierung, beim Agrardiesel den Rotstift anzusetzen, stoßen in der Landwirtschaft auf Kritik. "Inakzeptabel", heißt es beispielsweise beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. Der WLV befürchtet eine internationale Wettbewerbsverzerrung. Gleichzeitig rechnet er mit hohen Belastungen, auch durch den Wegfall der Steuerbefreiung für Land- und Forstmaschinen.
Wegfall von Subventionen für fossile Energieträger
Zum Hintergrund: Seit Jahrzehnten tanken Landwirtinnen und Landwirte vergünstigten Diesel für land- und forstwirtschaftliche Maschinen, Trecker oder Mährdrescher für die Feldarbeit und Harvester oder Rückmaschinen für die Waldarbeit, beispielsweise. Dieser Diesel ist steuerlich vergünstigt. Außerdem ist der Maschinenpark steuerbefreit, zu erkennen an den grünen Kennzeichen der Fahrzeuge. Fällt das alles weg, beziehungsweise kommen neue Steuern hinzu, rechnet der Verband mit zusätzlichen Steuer-Belastungen von fast einer Milliarde Euro für die Landwirtschaft.
Landwirtschaft möchte nicht für Streichpläne herhalten
WLV-Präsident Hubertus Beringmeier sagte dazu heute in Münster: „Notwendige Kürzungen im Bundeshaushalt dürfen nicht auf dem Rücken kleiner und mittelständischer Landwirtschaftsbetriebe ausgetragen werden, nur weil es der Regierungskoalition bis jetzt nicht gelungen ist, ein tragfähiges Konzept für den Haushalt 2024 aufzustellen. Starker Stoff! Wie immer man dazu stehen mag: Kosten, die der Landwirtschaft entstehen, landen am Ende bei uns Verbraucherinnen und Vebrauchern. Der WLV jedenfalls stellt teurere Lebensmittel in Aussicht.