Afghanistan-Krise beschäftigt auch RADIO RST-Region

Der Beratungsbedarf der Caritas-Flüchtlingsberatung in Rheine ist deutlich gestiegen. Münster ist bereit, afghanische Ortskräfte aufzunehmen.

© Stadt Münster

Die Afghanistan-Krise beschäftigt auch die Caritas-Flüchtlingsberatung Rheine. Die Beraterinnen kümmern sich aktuell um 60 Menschen mit afghanischen Wurzeln aus Rheine und dem Kreis Steinfurt. Nachdem die Taliban die Macht übernommen haben, haben sie Angst um ihre Angehörigen. Der Beratungsbedarf sei deutlich gestiegen.

Geflüchtete Afghanen, die als anerkannte Geflüchtete in Deutschland leben, haben die Möglichkeit, Kinder oder Eltern, soweit sie selbst minderjährig sind, nachzuholen. Ein Visum gibt es jedoch nur in Islamabad in Pakistan, weil die deutsche Botschaft in Kabul seit einem Anschlag 2017 bis heute nicht wieder geöffnet ist. Die Landgrenze und die Botschaften beider Länder sind jedoch geschlossen, sodass Ausreisewillige nicht aus Afghanistan herauskommen.

Die Flüchtlingsberaterinnen versuchen von Rheine aus bei der Beschaffung von nötigen Dokumenten zu helfen, indem sie Kontakt mit den Behörden aufnehmen. Oft dauern die Verfahren bis zur Erteilung eines Visums zum Familiennachzug mehrere Jahre. Seit Montag steht das Telefon in der Flüchtlingsberatung nicht still.

Münster plant Ortskräfte aufzunehmen

Die Stadt Münster bietet an, mehr afghanische Ortskräfte aufzunehmen als möglicherweise vorgesehen. Münster gehört zum Bündnis „Städte Sicherer Häfen“. "Die Ortshelfer in Afghanistan haben sich seit 2001 solidarisch gezeigt mit ihrer Unterstützung der deutschen Sicherheitskräfte,“ sagt Oberbürgermeister Lewe. Jetzt sei es selbstverständlich, sich mit ihnen solidarisch zu zeigen und ihnen unbürokratisch Hilfe anzubieten. 80 Unterkünfte wären sofort verfügbar.

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