
Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Gehle, kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung, den Impfstoff von AstraZeneca weiter nur für Menschen bis 64 Jahren einzusetzen. Er fordert, dass alle Altersgruppen damit geimpft werden und auch die Hausärzte Impfungen vornehmen. „Wir müssen mit dem Impfstoff rein in die Praxen, um die Impfraten schnell zu erhöhen“, fordert der Kammerpräsident: „Mehr Pragmatismus wagen: Was mit der Grippeimpfung geht, geht auch mit der Corona-Impfung.“
Impftermine nicht platzen lassen
Außerdem ruft die Kammer dazu auf, Impftermine nicht ausfallen zu lassen. Immer mehr Studien und Erfahrungsberichte belegten die hohe Wirksamkeit aller drei derzeit in Europa zugelassenen Corona-Impfstoffe. Aktuell zeige eine Studie aus Schottland mit 5,4 Millionen Impfungen, dass die Impfstoffe von Biontech zu 85 Prozent und von AstraZeneca zu 94 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf und der Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes schützen. Beide böten Schutz schon nach der ersten Dosis. In Schottland wurden vorwiegend ältere Menschen mit einer sehr guten Wirkung geimpft.
ÄKWL: "Jede einzelne Impfung ist wichtig"
Für die Ärztekammer steht fest: Es darf keine Impfstoffe erster, zweiter oder dritter Klasse und keine unwissenschaftlichen Vergleiche und Schlechtreden bestimmter Impfstoffe geben. Das löse nur Unsicherheit und falsches Misstrauen in der Bevölkerung aus. Jede einzelne Impfung sei wichtig und trage zu einer Immunisierung der Gesellschaft bei. Wer sich impfen lässt, schütze sich und seine Mitmenschen.