
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) äußert scharfe Kritik an den Reformplänen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), den Apotheken erweiterte Befugnisse wie das Durchführen von Impfungen einzuräumen. Kammerpräsident Hans-Albert Gehle warnt vor einem Eingriff in urärztliche Befugnisse. Apotheken seien kein Ersatz für ärztliche Praxen.
Patientensicherheit und ärztliche Kompetenz im Fokus
Gehle zufolge gefährden die Pläne die Patientensicherheit, insbesondere durch die Aufhebung der Trennung zwischen der Verordnung und Abgabe von Medikamenten. Ärztliche Vorsorge sei mehr als eine schnelle Blutdruckmessung – sie umfasse Diagnostik, körperliche Untersuchungen und die Behandlung chronischer Krankheiten. Nur Ärztinnen und Ärzte könnten entscheiden, welche Leistungen medizinisch sinnvoll seien.
Zusammenarbeit statt Doppelstrukturen
Die ÄKWL spricht sich für eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen, Ärzten und Apotheken aus, lehnt jedoch „übergriffige Tätigkeiten“ ab. Doppelstrukturen, die durch die Reform entstehen könnten, seien weder sinnvoll noch finanzierbar. Die medizinische Behandlung und die Ausübung der Heilkunde müssten in ärztlicher Hand bleiben.