
Am 20.05.2022 begann auf Mallorca der Fall, der die "Kegelbrüder aus Münster-Albachten" bundesweit in die Schlagzeilen brachte. In ihrem Hotel brach damals ein Feuer in der darunterliegenden Bar „Why Not“ aus. Vier Jahre später ist der Brand juristisch noch immer nicht aufgearbeitet: Die Staatsanwaltschaft auf Mallorca hat Anklage gegen acht Männer erhoben. Ihnen werden vorsätzliche Brandstiftung und leichte Körperverletzung vorgeworfen. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen bis zu sieben Jahre Haft sowie 100.000 Euro Schadenersatz.
Brand wirkt bis heute nach
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Angeklagten glimmende Zigarettenstummel, Bier und weitere Flüssigkeiten von den Balkonen ihrer Hotelzimmer auf das Schilfdach der Barterrasse geworfen haben. Dadurch soll das Feuer ausgelöst worden sein. Die Männer weisen diesen Vorwurf entschieden zurück und betonen weiter ihre Unschuld. Das Landgericht Palma muss nun entscheiden, ob es ein Verfahren eröffnet wird. Sollte es dazu kommen, könnte ein Prozess im Herbst beginnen.
Angeklagte sehen sich nicht als Täter, sondern als Helfer
Nach Angaben ihrer spanischen Anwälte haben die Männer den Brand nicht verursacht. Stattdessen verweisen sie darauf, dass einige der Angeklagten seit Jahren in der freiwilligen Feuerwehr engagiert sind. Als sich die Flammen ausbreiteten, sollen sie Hotelgästen beim Verlassen des Gebäudes geholfen haben. Dabei hätten einige von ihnen selbst Rauchvergiftungen erlitten. Für die Betroffenen ist der Brandbis heute weit mehr als ein Vorfall aus dem Urlaub - er bleibt ein Einschnitt mit ungewissem Ausgang.