Carsten Uhl
Am Nachmittag
 

Begleittelefon der Beratungsstelle Frauennotruf



Foto: RADIO RST

 

Es ist mitten in der Nacht, der Heimweg führt durch einen leeren, spärlich beleuchteten Tunnel - und plötzlich sind von hinten Schritte zu hören. So eine unangenehme Situation hat fast jede Frau schon einmal erlebt. In Münster hilft in solchen Fällen ab heute ein Begleittelefon der Beratungsstelle Frauennotruf weiter.

„Viele Frauen haben ein mulmiges Gefühl oder Angst, wenn sie nachts alleine unterwegs sind“, sagt Gerlinde Gröger, Leiterin des Frauennotrufs Münster. Sie hat mit ihrem Team das „Sicher-unterwegs-in-Münster-Telefon“, kurz Sumt, ins Leben gerufen. Mittwochs und Samstags zwischen 22 und 4 Uhr sind die Sumt-Mitarbeiterinnen unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800/ 835 38 78 zu erreichen. Auch an besonderen Ausgehtagen wie Silvester oder zu Karneval ist die Telefonnummer künftig geschaltet.

Zu Beginn eines Gesprächs lassen sie sich die Mitarbeiterinnen die Position der Anruferin und deren Ziel durchgeben. Dann verfolgen sie ihren Weg am Computer bei Google-Maps und unterhalten sich mit ihr bis sie am Ziel ist. Das Plaudern über Alltagsthemen soll das Sicherheitsgefühl der Frauen stärken. „Wird die Anruferin belästigt oder angegriffen, rufen die Sumt-Mitarbeiterinnen die Polizei“, sagt Gerlinde Gröger. Eine weitere Möglichkeit sei es beispielsweise, die Frau zu einer nahegelegenen Bar zu lotsen, die sich am „Luisa“-Projekt des Frauennotrufs beteiligt. Rund 50 Gastronomen in Münster machen inzwischen mit.

Die 18 Mitarbeiterinnen des Sumt-Teams schieben jeweils zu zweit Nachtschicht. Sie sind speziell geschult und arbeiten ehrenamtlich. Die Frauen sind zwischen 26 und 35 Jahre alt, viele sind Studentinnen. Sie kennen sich in der Stadt Münster aus und wissen, welche Orte viele im Dunkeln als unangenehm empfinden. Das „Sicher-unterwegs-in-Münster-Telefon“ ist ein dreijähriges Modellprojekt. Die Stadt Münster unterstützt es mit 86.000 Euro. Das Geld ist unter anderem für den Druck von Flyern und Plakaten gedacht, für die Homepage und die Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das Angebot des Frauennotrufs richtet sich an Frauen, die in Münster unterwegs sind. „Denn da kennen sich die Mitarbeiterinnen gut aus“, sagt Gerlinde Gröger. Wer in einem anderen Ort in der RADIO RST-Region am Telefon begleitet werden möchte, erreicht unter 030/ 120 74 182 das bundesweite „Heimwegtelefon“. Es funktioniert ganz ähnlich wie das Sumt-Projekt in Münster.









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Begleittelefon der Beratungsstelle Frauennotruf



Foto: RADIO RST

 

Es ist mitten in der Nacht, der Heimweg führt durch einen leeren, spärlich beleuchteten Tunnel - und plötzlich sind von hinten Schritte zu hören. So eine unangenehme Situation hat fast jede Frau schon einmal erlebt. In Münster hilft in solchen Fällen ab heute ein Begleittelefon der Beratungsstelle Frauennotruf weiter.

„Viele Frauen haben ein mulmiges Gefühl oder Angst, wenn sie nachts alleine unterwegs sind“, sagt Gerlinde Gröger, Leiterin des Frauennotrufs Münster. Sie hat mit ihrem Team das „Sicher-unterwegs-in-Münster-Telefon“, kurz Sumt, ins Leben gerufen. Mittwochs und Samstags zwischen 22 und 4 Uhr sind die Sumt-Mitarbeiterinnen unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800/ 835 38 78 zu erreichen. Auch an besonderen Ausgehtagen wie Silvester oder zu Karneval ist die Telefonnummer künftig geschaltet.

Zu Beginn eines Gesprächs lassen sie sich die Mitarbeiterinnen die Position der Anruferin und deren Ziel durchgeben. Dann verfolgen sie ihren Weg am Computer bei Google-Maps und unterhalten sich mit ihr bis sie am Ziel ist. Das Plaudern über Alltagsthemen soll das Sicherheitsgefühl der Frauen stärken. „Wird die Anruferin belästigt oder angegriffen, rufen die Sumt-Mitarbeiterinnen die Polizei“, sagt Gerlinde Gröger. Eine weitere Möglichkeit sei es beispielsweise, die Frau zu einer nahegelegenen Bar zu lotsen, die sich am „Luisa“-Projekt des Frauennotrufs beteiligt. Rund 50 Gastronomen in Münster machen inzwischen mit.

Die 18 Mitarbeiterinnen des Sumt-Teams schieben jeweils zu zweit Nachtschicht. Sie sind speziell geschult und arbeiten ehrenamtlich. Die Frauen sind zwischen 26 und 35 Jahre alt, viele sind Studentinnen. Sie kennen sich in der Stadt Münster aus und wissen, welche Orte viele im Dunkeln als unangenehm empfinden. Das „Sicher-unterwegs-in-Münster-Telefon“ ist ein dreijähriges Modellprojekt. Die Stadt Münster unterstützt es mit 86.000 Euro. Das Geld ist unter anderem für den Druck von Flyern und Plakaten gedacht, für die Homepage und die Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das Angebot des Frauennotrufs richtet sich an Frauen, die in Münster unterwegs sind. „Denn da kennen sich die Mitarbeiterinnen gut aus“, sagt Gerlinde Gröger. Wer in einem anderen Ort in der RADIO RST-Region am Telefon begleitet werden möchte, erreicht unter 030/ 120 74 182 das bundesweite „Heimwegtelefon“. Es funktioniert ganz ähnlich wie das Sumt-Projekt in Münster.